Category: Erinnern, Nacht der Museen, Rechte Gewalt

Yangjie Li wurde am 09.09.90 in Henan, China geboren.
Sie studierte im fünften Semester Architektur an der Hochschule Anhalt in Dessau, im Alter von
25 Jahren.
Am 11.05.2016 wurde in Dessau-Roßlau Y. Li von einem jungen Paar vergewaltigt und ermordDer junge Mann, 21 Jahre alt, heißt Sebastian F. und die junge Frau Xenia I., 20 Jahre alt.
Y. Li wurde von Xenia am Abend den 11. Mai aufgrund eines vorgetäuschten Notfalls in das
Haus in dem das Pärchen wohnte gelockt und daraufhin niedergeschlagen und in eine leer
stehende Wohnung in dem Haus gebracht.
In dieser Wohnung wurde Y. Li. misshandelt und vergewaltigt, danach wurde sie laut
Ermittlungen ca. drei Stunden liegen gelassen, in der Annahme der Angeklagten, sie würde in deZeit sterben.
Dies war aber nicht der Fall, am nächsten Morgen wurde sie von den TäterInnen vermutlich durein Fenster ins Erdgeschoss geschubst und an einem Ort versteckt der zu dieser Zeit aufgrund voBauarbeiten schwer einzusehen war. Dort verstarb die junge Y. Li an den schweren Verletzungeund wurde erst am 13. Mai, nach einer großen Suchaktion, tot aufgefunden.
Am 23.05.16 sagte das junge Paar bei der Polizei aus, sie hätten sich einvernehmlich mit Y. Li adem besagten Abend mit Y. Li getroffen, jedoch stritten sie jegliche Verstrickung mit der Tat abSebastian F., der schon wegen mehreren Vergehen bei der Polizei bekannt war, ist der Sohn eineBeamtin (Ramona S.) der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost und der Stiefsohn des Leiters des
Polizeireviers Dessau-Roßlau (Jörg S.).
Beide Polizeibeamten sind in den Verdacht gekommen Beweismittel vertuscht zu haben. Zum
Beispiel wurde zunächst bei den Ermittlungen darauf verzichtet in die umliegenden Wohnungen
zu schauen, wo die Leiche gefunden wurde. Außerdem nahm die Mutter Anfänglich an den
Ermittlungen des Falles Teil in dem sie Befragungen, mit Kommolitonen der Getöteten,
durchführte.
Jörg S. (der Polizeileiter) half, drei Tage vor dem erlassenen Haftbefehl, beim Umzug des jungePärchens in eine andere Gegend. Er soll dabei gesehen worden sein Beweismaterial zu beseitigeDoch der Oberstaatsanwalt Folker Bittmann behauptete nicht den leisesten Verdacht gegenüber
den beiden PolizistInnen zu haben, woraufhin er unter Anderem deswegen von den Eltern des
Opfers eine Dienstaufsichtsbeschwerde bekommen hatte.
Trotz vieler Beschwerden darüber sah das Justizminesterum Sachsen-Anhalt keine Notwendigkedarin eine andere Staatsanwaltschaft als die Dessauer einzuschalten. Bis das Innenministerium
Sachsen-Anhalts die Ermittlungen von der Dessauer-Polizei auf die Polizei in Halle (Saale),
Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd verlegte.
Angeklagt wurden Sebastian F. und Xenia I. wegen des Vorwurfes des gemeinschaftlich
begangenen Mordes aus Verdeckungsabsicht und der Vergewaltigung. Zudem wurde Sebatian Fin zwei weiteren Vergewaltigungsfällen angeklagt. Das Hauptverfahren gegen die Beiden wurde
am 25.11.16 vor dem Landgericht Dessau-Roßlau eröffnet und erst Mitte März wurden die
Obduktionsergebnisse in der Verhandlung erörtert.
Die Verhandlungen werfen immer wieder neue Fragen auf sowie immer wieder neue Beweise
oder Informationen ans Tageslicht kommen.
Es ist nicht der einzige Fall in Dessau in der auch die Polizei eine zwilichtige Rolle einnimmt.
Schon in dem Fall Oury Jalloh (2005) spielt die Polizei in Dessau-Roßlau eine fragwürdige RollDurch die ganzen polizeilichen Verstrickungen erfuhr die Tat eine ungewöhnliche große
Medienpräsenz.
Die Trauerfeier von Y. Li wurde jedoch nicht öffentlich gemacht und fand in einem kleinen Krestatt, auf Wunsch der Familie auch ohne Presse. Über eine Facebook-Gruppe wurden mehrere
Veranstaltungen angekündigt in Gedenken an Y. Li sowie auch Chatgruppen in China
(„WeChat“). In China ist das Thema in den Medien sehr präsent. Der Grund für viele
Gedenkfeiern an verschiedenen Orten sei auch die Enttäuschung über die mangelnde
Berichterstattung in Deutschland, die Geschichte soll verbreitet werden um auch Druck auf die
Ermittler auszuüben.

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