In der Nacht vom 20. zum 21. April 1945 werden 20 jüdische Kinder und vier Erwachsene in der Schule am Bullenhuser Damm in Hamburg erhängt. Grund hierfür sind die monatelangen medizinischen Experimente, die der SS-Arzt Dr.Kurt Heißmeyer an den Kindern durchführt. Er benutzt sie als Versuchsobjekte, indem er sie mit Tuberkolosebazillen infiziert und ihnen die Lymphknoten heraus operiert. Kurz vor der Befreiung vom Faschismus am 08.Mai 1945 sollen die Beweise dieses Verbrechens verschwinden.

Die 20 Kinder und vier Erwachsene werden schließlich aus dem Konzentrationslager Neuengamme verschleppt und vom SS-Mann Johann Frahm in der Schule erhängt. Kurz danach widerfährt einer weiteren Gruppe von min. 24 sowjetischen Kriegsgefangenen dasselbe Schicksal. Die Gründe ihres Todes sind bis heute nicht bekannt.

Zwei der Kinder vom Bullenhuserdamm sind Lelka Birnbaum und Mania Altman.

Mania wird am 7. April 1938 als Tochter des Schuhmachers Shir Altman und seiner Frau Pola in Radom in Polen geboren. Dort errichten die deutschen Besatzer 1941 ein jüdisches Ghetto, in dem die Familie Altman leben muss, bis sie 1944 in das KZ Auschwitz deportiert wird. Mania wird von ihrer Familie getrennt und kommt in das KZ Neuengamme. Am 20. April 1945 wird sie ermordet.

Über Lelka ist nicht viel bekannt. Die einzigen Infos stammen aus den Akten der Nazis und der Erinnerungen der Häftlinge. Sie kommt aus Polen und ist 12 Jahre alt, als sie umgebracht wird.

Lelka & Mania erzählen uns zwei Geschichten des Holocaust, dessen Verbrechen nicht hätten grausamer sein können. Versuche an Kindern, weil es für Dr. Heißmeyer „keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Juden und Versuchstieren“ gegeben habe.

Sie stehen stellvertretend für Alle, die auf Grund dieser menschenverachtenden Logik verfolgt und umgebracht wurden und zeigen uns was der Faschismus bedeutet, gestern wie heute.

Deshalb möchten wir unsere Workshoptage und unser Festival nach ihnen benennen, damit wir uns erinnern und so etwas nie wieder passieren kann.

Erinnern heißt auch Widerstand!

– Wenn fast täglich Anschläge auf Unterkünfte von Geflüchteten verübt werden und die rechte Terrorgruppe NSU jahrelang unbemerkt morden kann, dann müssen wir dem etwas entgegen setzen – In den Köpfen und auf den Straßen!

Kein Vergeben! Kein Vergessen!

Nie wieder Faschismus!

* Auf den Workshoptagen und dem Festival wird es Workshops und eine Ausstellung zu diesem Thema geben.