Category: Erinnern, Nacht der Museen, Rechte Gewalt

Marwa El-Sherbini geboren am 07.06.1977, ist eine studierte Pharmazeutin und ägyptische Handballnationalspielerin, die mit ihrem Mann und Sohn in Deutschland lebt. Am 1. Juli 2009 wird sie im Landgericht Dresden von einem Mann namens Alex Wiens (28) aus antimuslimisch-rassistischen Motiven heraus ermordet.

Die 31-jährige erstattet gegen Wiens Anzeige, als dieser sie bei ihrer ersten Begegnung auf einem Spielplatz grundlos als „Islamistin“ und „Terroristin“ beschimpft. Für die Beleidigung erhält er eine Geldstrafe, die er jedoch nicht akzeptiert und in Berufung geht.

Im Gerichtssaal beleidigt der Angeklagte die zur Zeugenaussage Geladene dann erneut rassistisch, in dem er unter anderem äußert „solche Leute“ könne man gar nicht beleidigen, da sie keine Menschen seien. Dann zieht er plötzlich ein Messer und sticht vor den Augen der Justiz auf die im dritten Monat Schwangere ein. Insgesamt erleidet sie 16 tödliche Stichverletzungen. Ihr Ehemann, der sich schützend vor sie wirft, wird ebenfalls durch 16 Stiche lebensgefährlich verletzt und zusätzlich von einem zu Hilfe eilenden Polizisten ins Bein geschossen, der ihn fälschlicherweise für den Täter hält. Der 3-jähriger Sohn der beiden ist während der ganzen Bluttat im Gerichtssaal und muss dem grausamen Tod seiner Mutter zusehen.

Alex Wiens wird wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Darüber hinaus stellt das Gericht die besondere Schwere seiner Schuld fest , unter anderem weil er El-Sherbini vor den Augen ihres Kindes ermordet und er keine glaubhafte Reue für seine Tat zeigt. Als Tatmotiv geben die Richter „Fremdenhass“ an. Die Ermittlungen gegen den Bundespolizisten werden Ende Dezember 2009 von der Staatsanwaltschaft Dresden eingestellt.

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