Category: Erinnern, Nacht der Museen, Rechte Gewalt

Bei dieser Ausstellung begeben wir uns nacheinander zu verschiedenen Stationen. Wir versuchen Ihnen Geschichten von einzelnen Personen zu erzählen, die in kürzlicher Vergangenheit ermordet wurden oder sich selbst, als Folge der Verhältnisse unter denen sie leben mussten, das Leben nahmen. Es sind Lebensgeschichten von Menschen die durch eine menschenverachtende Logik zu Tode kamen. Eine Logik, die Menschen in „gute“ und „schlechte“ teilt. Eine Logik, die in Zeiten des Faschismus schon Millionen das Leben kostete.


Wir haben für Sie ein Viertel gebaut, was es so nicht gibt. Kein Komponistenviertel oder Seefahrerviertel, sondern ein Viertel für Menschen, für die unsere Gesellschaft Hass und letztlich den Tod übrig hatte. Ein Viertel von Schicksalen, die einen wütend machen. Diese Wut, die durch das Erinnern entsteht, ist eine Kraft der Veränderung. Erinnern heißt Widerstand.

Seit einiger Zeit häufen sich rassistische Angriffe auf nicht weiße Menschen und Geflüchtetenunterkünfte in Deutschland. So stieg nach Angaben des Bundesministerium die Zahl der Anschläge auf Unterkünfte von 199 im Jahr 2014 auf 970 im Jahr 2016.
2015 waren es mit 1031 sogar noch mehr. Hinzu kommen 2345 rassistisch-gewalttätige Übergriffe, bei den 560 Menschen verletzt wurden, davon 43 Kinder. Die Zahl der nicht gemeldeten oder gehörten Angriffe liegt dabei viel höher.

Doch nicht nur der „rechte Rand“ polarisiert gegen Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen. Mit dem Erstarken der rechten Partei AFD bekommt faschistisches Gedankengut wieder eine Bühne. Rechte Propaganda wird zu einer mehrheitlich akzeptierten Meinung und menschenverachtende Aussagen finden sich auch immer mehr in der bürgerlichen Mitte wieder.

Ich hätte gerne das Doppelte an Syrern, wenn ich dafür ein paar Osteuropäer abgeben könnte.“(anderes Zitat)
(Duisburger Oberbürgermeisters Sören Link, SPD)

Diese Zuspitzungen sind nur einige Ergebnisse eines tief verankerten gesellschaftlichen Rassismus. Dieser Rassismus begegnet uns im Bus, in der Schule, bei der Arbeit, aber auch in den Behörden, der Polizei und den Gerichten. Institutionen, zu deren wichtigsten Aufgaben gehört unbefangen und gerecht zu handeln.

Vor allem bei der Polizei werden jedoch immer wieder Methoden angewandt, die nach einem klar rassistischen Muster verlaufen. Das Racial Profiling, bei dem Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe kriminalisiert und kontrolliert werden ist zwar offiziell verboten, gehört trotzdem zur gängigen Praxis der Polizei. Und auch internationale Menschenrechts-organisationen stellen fest:

Die deutschen Behörden haben wiederholt dabei versagt, bei Straftaten rassistische Tathintergründe zu erkennen und zu untersuchen. Amnesty International und zahlreiche Menschenrechtsgremien (…) werten dies als deutliches Anzeichen für die Existenz von institutionellem Rassismus innerhalb der deutschen Sicherheitsbehörden, insbesondere bei der Polizei.“ (Amnesty International)

Diesen rassistischen Normalzustand müssen wir gemeinsam entgegen treten. Lasst uns auf die Straße gehen und laut werden.

Kein Vergeben! Kein Vergessen!

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